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Chillig gendern ist einfach:

Verzichte auf Sternchen, Unterstriche und Dopplungen.

Verwende stattdessen folgende Endsilben:

Frauen-in, innen
Männer-rich, riche (NEU!!)
Frauen, Männer,
sonstige Identitäten
-er

Gendern ohne Kampf und Krampf

Durch chilliges Gendern kannst du mit wenig Mitteln geschlechtergerecht und zugleich stressfrei denken, sprechen und schreiben. Setzt sich diese vereinfachte Sprachregelung durch, so bewirkst du ein hohes Maß an sprachlicher Gerechtigkeit, ohne dass du dein Sprachverhalten exorbitant ändern musst.

Das Konzept im Detail

NEU:

  • Die angefügte Endsilben „-rich“ bzw. „-riche“ für männliche Personen, z. B. Bürgerich, Bürgeriche, Leserich, Leseriche.


Wie „früher“, jetzt aber eindeutig geschlechtsneutral definiert:

  • Die Endsilbe „er“, für alle Geschlechter als einzig neutrale Bezeichnung im Singular und Plural, z. B. Bürger, Mitarbeiter, Teilnehmer. Sie gilt jetzt in gleicher Weise für männliche und weibliche Personen sowie für sämtliche dazwischenliegenden Identitäten. Sie wird – wie „früher“ – die dominierende Form sein.


„Früher“ wie heute:

  • Die angefügten Endsilben „-in“ bzw.“-innen“ für weibliche Personen, z. B. Bürgerin, Mitarbeiterin, Teilnehmerinnen.

Beispiel:

„Eine gendergerechte Amtssprache behandelt alle Bürger gleich, so dass Bürgeriche nicht wichtiger erscheinen als Bürgerinnen oder andere Gendertypen.“

Warum chillig gendern?

  • Die bisherigen Lösungen (doppelte Bezeichnung, Sternchen, Doppelpunkt) stellen Personen, die sich nicht eindeutig männlich oder weiblich definieren, keine eigene neutrale Endsilbe bereit, sondern lediglich ein Sternchen oder einen Doppelpunkt. Sie überwinden daher die bestehende binäre Geschlechterunterscheidung in einem geringeren Maße, als es chillig gendern leistet.
  • Der große Vorteil dieses Konzepts ist, dass du wenig änderst und viel erreichst: In den wenigsten Fällen müssen ja die Mitglieder von Personengruppen tatsächlich geschlechtsspezifisch bestimmt werden. Gleichzeitig sparst du dir aber die vielen Doppelbezeichnungen, unpräzisen Bestimmungen und sprachlichen Stolpersteine, die aktuell im Umlauf sind und wenig Freude verbreiten: Laut einer Infas-Erhebung aus dem Jahr 2021 lehnen 65% der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland das Gendern „eher“ oder „voll und ganz“ ab, mit zunehmend ablehnender Tendenz. Dies soll ganz und gar kein Grund sein, darauf zu verzichten – das Gendern wird aber eine weit höhere Akzeptanz finden, wenn es mehr Spaß macht.

Die Übergangszeit: „-innen“ und „-riche“

Wenn du dich heute für „chillig gendern“ entscheidest und die „er“-Endung neutral verwendest, dein Wortbeitrag aber gerade keine Gelegenheit zur Verwendung einer „rich“-Silbe bietet, werden genderbewusste Zuhörer dich zunächst missverstehen. Sie werden denken, dass du die Endsilbe „er“ nicht neutral, sondern im althergebrachten, männlich dominierten Sinne verwendest und so die berechtigte Forderung nach einer geschlechtergerechten Sprache ignorierst. Daher ist ein fließender Übergang erforderlich. Wähle deshalb in der Einführungsphase dieses Konzepts, ähnlich wie beim aktuellen Gendern, die doppelte Personenbezeichnung – allerdings mit männlicher „rich“-Endung, also z. B. „Liebe Bürgerinnen und Bürgeriche …“. Je mehr Menschen mitmachen, umso schneller wird sich die neue Silbe im Sprachbewusstsein verankern. Dann kommt der Tag, an dem du alle Identitäten zugleich ansprichst und dabei vollkommen chillig und befreit „Liebe Bürger …“ sagen kannst, ohne dass ein herber Shitstorm über dich einbricht.

Ja, aber …

… die neue „rich“-Endsilbe wirkt doch befremdlich!

Stimmt – wahrscheinlich musst du erstmal schmunzeln, wenn von einem Klempnerich, Geigerich oder sogar Götterich die Rede ist. Dies ist aber zugleich die große Chance von chilligem Gendern: Die leichte Heiterkeit, die sich beim Zuhörer einstellt, animiert dazu, die Silbe im Alltagstalk auszuprobieren. Nach einer Gewöhnungsphase wirst du dann an der „rich“-Endung nichts Befremdliches mehr finden – schließlich störst du dich ja auch nicht an dem dir bereits vertrauten Wüterich, sofern der nicht gerade aus der Haut fährt.

… die neue „rich“-Endsilbe entmännlicht den Mann, indem sie ihn zum Tier degradiert.

In der Tat kommt die neue „rich“-Endsilbe überwiegend in der Tierwelt vor (Gänserich, Enterich), aber die beiden anderen menschenbezogenen Endsilben „er“ und „in“ sind dort ebenso verbreitet: Der Kater, Eber, Widder usw., aber auch die Hündin, Wölfin oder Löwin. So wenig, wie sich hierdurch jemand degradiert fühlt, wirst du dich – nach einer Gewöhnungsphase – an den neuen Bezeichnungen stören.

 … die geschlechterübergreifenden Bezeichnungen (z. B. „die Leser“) behalten doch ihre gefühlte männliche Konnotation!

Stimmt – aber ebenfalls nur für ein Weilchen! Sobald nämlich die neue ausschließlich männliche Form („Leserich“) Bestandteil der Alltagssprache ist, wirst du die alte „er“-Form als geschlechtsneutral wahrnehmen und dabei keine weibliche Benachteiligung mehr empfinden. Hier ist also Geduld erforderlich. Für eine Übergangszeit empfiehlt es sich, die derzeit übliche doppelte Anrede zunächst beizubehalten und z. B. von „Bürgerinnen und Bürgerichen“ zu sprechen (s. o.).

  • Bedenke außerdem, dass die Endsilbe „er“ zwar überwiegend, aber nicht ausschließlich männlich definiert ist: Es gibt sowohl weibliche Personenbezeichnungen, die auf „er“ enden (z. B. die Mutter, die Schwester) als auch Tierbezeichnungen (die Natter) als auch weiblich definierte Gegenstände (die Leiter).
  • Darüber hinaus unterstützt die zunehmende Anglisierung der deutschen Sprache durch das Internet die Akzeptanz einer neutralen „er“-Silbe: Diese Silbe wird im Englischen durchgehend geschlechtsneutral verwendet (reader, teacher usw.) und dabei in keiner Weise geschlechtsspezifisch wahrgenommen. 

… der bestimmte männliche Artikel „der“ bleibt in der vorgeschlagenen Regelung für geschlechtsneutrale Personengruppen bestehen – die „neutrale“ Form ist also gar nicht so neutral!

Stimmt – aber nur in der Singularform, die vergleichsweise selten verwendet wird. Sämtliche Pluralformen hingegen verwenden den weiblich konnotierten Artikel „die“. Dieser weibliche Artikel dominiert darüber hinaus  auch andere Wortgruppen. So werden sämtliche substantivierten Adjektive mit weiblichem Artikel versehen: Die Gesundheit, die Gelassenheit und sogar die Männlichkeit! Wenn das keine ausgleichende Gerechtigkeit ist…

Jetzt oder nie – noch herrscht Anarchie!

Es sind zwar derzeit verschiedene Gender-Varianten üblich, aber trotz einiger behördlicher Richtlinien exisitiert noch keine verbindlich festgelegte Sprachregelung. Noch herrscht Anarchie. Sieh diesen freien Wettbewerb sportlich und begreif ihn als Chance: Das beste Konzept wird sich durchsetzen – und das ist zugleich das einfachste, gerechteste und chilligste…